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Was passiert beim ersten Heilpraktiker-Termin?

Was genau erwartet mich ?


Viele Menschen überlegen lange, bevor sie einen Termin bei einer Heilpraktikerin oder einem Heilpraktiker vereinbaren.

Die häufigste Frage lautet dabei nicht: „Hilft mir das?" ,

sondern: „Was passiert dort eigentlich genau?"

Unsicherheit, falsche Erwartungen oder enttäuschende Erfahrungen im medizinischen System sorgen oft dafür, dass Menschen zögern.

Genau deshalb ist Transparenz so wichtig. Dieser Artikel erklärt ehrlich und Schritt für Schritt, was Sie beim ersten Heilpraktiker-Termin erwartet und auch, was nicht.


Warum dieser erste Termin oft so besonders ist

Der erste Heilpraktiker-Termin unterscheidet sich deutlich von einem klassischen Arztbesuch. Nicht, weil er „besser" ist, sondern weil er anders aufgebaut ist.

Während in der Schulmedizin häufig Zeitdruck herrscht, ist der Ersttermin in der Naturheilkunde bewusst ausführlicher.


Ziel ist es, Zusammenhänge zu erkennen, nicht nur Symptome zu erfassen.


Viele Menschen erleben dabei zum ersten Mal:

  • dass ihnen wirklich zugehört wird

  • dass ihre Geschichte wichtig ist

  • dass Beschwerden in einen größeren Kontext gestellt werden

Das allein kann bereits entlastend wirken, ist aber noch keine Therapie.



Der Ablauf: Schritt für Schritt erklärt

1. Das ausführliche Erstgespräch (Anamnese)

Der größte Teil des ersten Termins besteht aus einem Gespräch, welches ca. 60 bis 120 Minuten dauern kann.

Typische Gesprächsthemen sind:

  • aktuelle Beschwerden (seit wann, wie stark, in welchem Zusammenhang)

  • frühere Erkrankungen und Behandlungen

  • Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel

  • Verdauung, Schlaf, Stress, Energielevel

  • Ernährung, Bewegung, Lebensstil

  • familiäre Erkrankungen

  • emotionale Belastungen


Wichtig zu wissen: Es geht nicht darum, alles „richtig" zu beantworten, sondern darum, Muster zu erkennen.

2. Andere Fragen als gewohnt und warum?

Viele Patienten sind überrascht von Fragen wie:

  • „Wie schlafen Sie wirklich?"

  • „Wann fühlen Sie sich besser : morgens oder abends?"

  • „Gab es belastende Lebensphasen vor Beginn der Symptome?"

Diese Fragen dienen dazu, Regulationssysteme zu verstehen: Nervensystem, Hormone, Verdauung, Immunsystem. Nicht jede Antwort führt sofort zu einer Lösung – aber sie hilft, Fehlannahmen zu vermeiden.

3. Körperliche Untersuchung (nicht immer, aber oft)

Je nach Beschwerdebild kann eine Untersuchung erfolgen:

  • Blutdruck, Puls

  • Bauchuntersuchung

  • Haut, Zunge, Augen

  • Muskelspannung, Atmung


Wichtig: Heilpraktiker ersetzen keine schulmedizinische Diagnostik, sondern ergänzen sie. Seriöse Heilpraktiker verweisen weiter, wenn etwas medizinisch abgeklärt werden muss.

4. Erste Einschätzung, keine Wunderdiagnose

Am Ende des Termins erfolgt meist:

  • eine erste Einschätzung, keine endgültige Diagnose

  • Erklärung möglicher Zusammenhänge

  • Vorschlag für das weitere Vorgehen

Ganzheitliche Arbeit braucht Zeit.


Was viele falsch erwarten

„Ich bekomme sofort eine Lösung"Ganzheitliche Medizin ist oft ein Prozess, besonders bei chronischen Beschwerden.

„Alle Laborwerte werden ignoriert" Im Gegenteil: Gute Heilpraktiker arbeiten mit vorhandenen Befunden und erklären sie verständlich.

„Es wird nur naturheilkundlich gearbeitet" Seriöse Heilpraktiker erkennen die Grenzen ihrer Arbeit und kooperieren mit Ärzten.


Praktische Informationen

Dauer Ersttermin: meist 60–120 Minuten Kosten: abhängig von Dauer & Region

(oft 100–250 €) Kostenerstattung: eventuell anteilig durch private Versicherungen oder Zusatzversicherungen

Wichtig: Die Kosten sollten vorab transparent besprochen werden.


Wann ein Heilpraktiker-Termin sinnvoll sein kann

  • bei chronischen Beschwerden ohne klare Ursache

  • bei Erschöpfung, Stress, Schlafproblemen

  • bei funktionellen Beschwerden (Verdauung, Haut, Zyklus)

  • wenn Zusammenhänge gesucht werden

  • begleitend zur schulmedizinischen Therapie


Wann eher nicht

- bei akuten Notfällen

- bei schweren, unbehandelten Erkrankungen

- wenn schnelle Akuttherapie nötig ist

- wenn klare medizinische Diagnostik bei schweren Erkrankungen noch aussteht.

Merksatz: Ganzheitliche Medizin ist kein Ersatz für Notfallmedizin.


Wie Sie sich vorbereiten können

  • alte Befunde mitbringen

  • Medikamentenliste notieren

  • Symptome ehrlich beobachten

  • Erwartungen realistisch halten

Sie müssen nichts „leisten". Sie dürfen einfach kommen, wie Sie sind.


Ein Wort zur Ehrlichkeit

Nicht jede Therapie wirkt bei jedem Menschen. Nicht jeder Heilpraktiker passt zu jeder Person.Und nicht jedes Symptom hat eine einfache Ursache.

Gerade diese Ehrlichkeit ist es, die Vertrauen schafft.


Fazit: Was Sie wirklich erwarten dürfen

Der erste Heilpraktiker-Termin ist:

  • kein Zaubertermin

  • keine Schnelllösung

  • kein Ersatz für Schulmedizin

Aber er kann sein:

  • ein Anfang

  • ein neuer Ansatz l

  • eine Ganzheitliche Sicht

  • ein neuer Blick auf den Körper und seine Symptome

  • ein Schritt zu mehr Verständnis für den eigenen Körper

Und manchmal ist genau das der wichtigste erste Schritt.

 
 
 

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